Im Rahmen eines IOS Projektes besuchten wir die Gedenkstätte Hohenschönhausen am 22.03.2011. Bereits im Geschichtsunterricht erläuterten wir das Thema Stasi. Um einen besseren Eindruck von den Bedingungen und Methoden der Stasi zu bekommen, schauten wir uns ein Stasigefängnis an. Vor dieser Besichtigung sahen wir uns einen aufschlussreichen Film an. Er berichtete über die politische Entwicklung in der DDR und die Entstehung der Geheimpolizei der SED. Ein Zeitzeuge geleitete uns mit ausführlichen und persönlichen Berichten, die auf seinen eigenen Erfahrungen beruhen durch das Gefängnis.

Der Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen hat uns gezeigt, wie brutal die Stasi zu ihren Gegnern war. Dies sah man beispielsweise an den Betten, die nur für Menschen gemacht wurden, die 1.60 m groß waren, auf denen aber auch 1.80 m große Menschen schlafen mussten. Die Häftlinge durften oftmals nachts nicht schlafen, wodurch sie nach einigen Tagen das Zeitgefühl verloren. Hinzu kam, dass kein Tageslicht in die Zellen drang. Die Häftlinge erfuhren nicht wo sie waren, warum sie inhaftiert waren und wie lange. Um den Willen widerspenstiger Häftlinge zu brechen, wurden sie in sogenannte Gummizellen gebracht, wo sie jeglichen Orientierungssinn verloren und psychische Schäden davontragen Oft passierte dies bei Häftlingen die die Aussage verweigerten. Ein ehemaliger Inhaftierter führte uns durch die Gedenkstätte. Er selbst wurde mit 18 Jahren verhaftet und musste 8 Monate Untersuchungshaft erleiden. Er schilderte uns, wie schlimm es ist völlig ausgeliefert zu sein. Für mich war es eine erschreckende Exkursion in einen dunklen Teil der DDR-Vergangenheit.

Meinungen von Schüler der Klasse 10 orange

Franziska Matzke:

Ich fand die Führung durch das Stasigefängnis sehr interessant. Es war sehr erschreckend zu hören, was dort alles passiert ist. Mir hat es sehr gefallen, wie uns das alles durch Zeitzeugen und einen Film erklärt wurde.

Michael Wendt:

Die Haftbedingungen waren menschenunwürdig. Es war erschreckend zu sehen, wie und wo die Menschen dort eingesperrt waren. Außerdem fand ich die Ausführungen des Zeitzeugen sehr spannend. Auch fand ich eindrucksvoll, dass die Gedenkstätte Hohenschönhausen noch nach Jahren so gut erhalten ist.

Harzvon Wiebke und Carolin

Heute am Dienstag besuchten wir die Baumannshöhle mit ihren einzigartigen Tropfsteinen. Diese Höhle wurde durch einen Bergmann namens Baumann im 16. Jahrhundert entdeckt. Seit 1646 finden hier organisierte Führungen auf teilweise beschwerlichen Wegen statt. Anschließend fuhren wir mit unserem Bus auf den Hexentanzplatz und haben uns an die Sage zur Rosstrappe erinnert. Zum Schluss unserer Tagestour besichtigten wir das Rathaus und die alten Fachwerkhäuser in Wernigerode. Nach dem Abendbrot konnten wir uns im Spaßbad nahe unserer Herberge austoben. Die Gegend hier ist sehr, sehr schön. Es gibt viele Berge und Hügel und am Donnerstag wollen wir auf den größten Berg, den Brocken, wandern.

Nachdem wir in Klasse 9 die KZ- Gedenkstätte Ravensbrück kennen gelernt hatten, sollte uns in diesem Schuljahr das „Lernen an einem anderen Ort“ nach Berlin Hohenschönhausen in die dortige Gedenkstätte führen.

Natürlich hatten wir im Unterricht schon etwas über den Kalten Krieg und dessen Auswirkungen auf die Entwicklung Deutschlands erfahren und natürlich war uns vorher schon klar, dass die DDR eine Diktatur war. Es besteht aber ein Unterschied zwischen diesem Wissen und dem persönlichen Erleben eines Ortes, an dem politisch Andersdenkende inhaftiert waren. Wir wurden durch das ehemalige Gefängnis von Personen geführt, die hier mehrere Monate in Einzelhaft, ohne zu wissen, wo sie waren, ohne Angehörige benachrichtigen zu können, eingesperrt waren.