Dass viele Menschen Hilfe brauchen, lernten die Schüler der 8. Klassen nicht nur theoretisch im LER- und Religionsunterricht. Sie wurden auch selbst tätig. Drei Tage arbeiteten sie in sozialen Einrichtungen. Die Schüler konnten in Kindereinrichtungen ihrer Heimatorte, im Waldhof, in den Stephanus-Werkstätten, in der Waldhofschule, in Altenpflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten und im Kaufhaus der Bedürftigen in den Alltag sozialer Dienste hineinschnuppern. Die Praktikumsberichte haben gezeigt, wie intensiv die meisten ihre Arbeitstage erlebt haben. Toll fanden die Schüler die Aufgeschlossenheit, mit der man ihnen in allen sozialen Einrichtungen begegnete. Sie haben Menschen kennengelernt, die Hilfe brauchen - alte Menschen, Kindergarten- und Hortkinder, Menschen mit Behinderungen und Menschen in sozialen Notlagen – und erfahren, wie geholfen werden kann.

Tanz, Töne und Theater Von unserem Redaktionsmitglied Sigrid Werner

movingTEMPLIN. An der Templiner Oberschule wird wieder fröhlich getanzt. Diese Botschaft kommt an bei der nunmehr vierten Auflage der Talenteshow. Sie trägt die bezeichnende Devise: „Start Moving“, was man frei übersetzen könnte mit „Bewege dich – Leg los!“

Die Templiner Oberschüler legen auch in diesem Jahr richtig los. Und die Koordinatorin, Schulsozialarbeiterin Katja Lorenz, scheint nicht nur geschafft nach dem ganzen Vorbereitungsstress, sondern auch ziemlich glücklich: Was sie vor vier Jahren initiierte, hat inzwischen Tradition. Es ist zu einer mehrstündigen Veranstaltung gereift, die beweist: In den Siebent- bis Zehntklässlern schlummern viele Talente. Und nicht nur die Schulsozialarbeiterin und Schüler sind schon wochenlang vorher im Vorbereitungsfieber, sondern ein ganzes Team von mittlerweile 15 erwachsenen Mitstreitern, die die Jugendlichen beim Proben, ob im Unterricht oder in der Freizeit, unterstützen.

Die 10. Klassen der Oberschule Templin haben in diesem Jahr zum ersten Mal das fächerübergreifende Projekt „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ durchgeführt! An dem Vorhaben beteiligen sich die Fächer Geografie und WAT. Dazu haben wir das Ökodorf Brodowin in der wald- und seenreichen Landschaft des Biosphärenreservates Schorfheide Chorin besucht. In einer kleinen Führung konnten wir die einzelnen Stufen der Milchproduktion sehen und haben viel über biologisch-dynamisch erzeugte Produkte nach Demeter erfahren. Am Ende der Führung haben sich die Schüler in der „Strohburg" über die „grünen Berufe“ informiert und konnten dabei die in dem Betrieb produzierte Milch verkosten. In der Auswertung mussten Fragen zu jedem Fachbereich beantwortet werden. Im nächsten Jahr versuchen wir, das Projekt noch zu erweitern und Themen aus dem Biologieunterricht einzubinden.

Das Projekt Produktives Lernen existiert in Templin an der jetzigen Oberschule bereits seit dem Schuljahr 2002. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Schülern, die sehr praxisnah und individuell gefördert wurden, auf diesem Weg ihren Schulabschluss erreicht und inzwischen auch erfolgreich ihr Leben meistern.
Wie in jedem Jahr begann auch das Schuljahr 2009/2010 mit einer mehrwöchigen Orientierungsphase, zwei Wochen für die Klassenstufe 10, vier Wochen für die Klassenstufe 9.

VON MICHAELA KUMKAR TEMPLIN

PraxislernenMichael Becker kann sich freuen: Er hat einen Lehrvertrag so gut wie in der Tasche. Vorausgesetzt, er schafft seinen Schulabschluss, dann bietet ihm das Unternehmen Slowinski Reifenservice in Templin einen Ausbildungsplatz im nächsten Jahr an. Zweifel daran, dass dieser nicht der richtige für ihn sein könnte, hat Michael nicht. Denn in dem Betrieb absolvierte er bereits mehrere Praktika. Michael Becker nimmt an der vom Unterricht abweichenden Organisationsform „Produktives Lernen“ an der Templiner Oberschule teil. Dabei handelt es sich um ein Angebot für Schüler, die ohne gezielte Förderung keinen Schulabschluss erreichen würden. Betreut wird es von den Lehrern Jörg Strohschein, Doris Meith und Sonja Kuntzagk. An drei Tagen in der Woche lernen die Schüler an einem selbst gewählten Praxisplatz und an zwei Tagen in der Schule, der Uckermark Kurier berichtete.