VON IVONNE ZIMMERMANN TEMPLIN

„Wir freuen uns darüber, wenn junge Leute in die Altenpflege gehen möchten, gerade auch junge Männer“, so Jutta Spuhls Reaktion auf die Bewerbung des Zehntklässlers Florian Lüdeke bei ihr und ihrer Kollegin Inge Skilandat um eine Ausbildung zum Altenpfleger. Wie die Heimleiterin und die Pflegedienstleiterin des Templiner DRK-Altenpflegeheims „Margarethe-Hennig-Haus“ zählten am Ende der ersten Templiner Lehrstellenbörse am Sonnabend in der Oberschule Templin auch die anderen Vertreter der ausstellenden Firmen zahlreiche Bewerbungsmappen. Eine war von Dennis Schwichtenberg. Er möchte später als Straßenwärter arbeiten. Mario Beckert hatte sich am Sonnabend um eine Ausbildung zum Koch beworben, Christopher Wolter interessierten die Ausbildungsmöglichkeiten beim PCK. Der Tag sei eine schöne Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen, so auch die Meinung der rund 30 Aussteller.

Templiner Zeitung Birgit Bruck

Die ganze Welt ist doof. Eltern nerven, die Schule auch. Stefanie hat keine Lust aufzustehen, nicht mal auf ihren Geburtstag freut sie sich. Robert zieht sich am liebsten zurück, was ihm früher Spaß machte, interessiert ihn heute nicht mehr. Irgendwann stehen beide schulterzuckend da und teilen ihrer ratlosen Umwelt ebenso ratlos mit: „Tut mir leid, aber ich weiß auch nicht, was mit mir los ist.“ Entwicklungsbedingte Krise im konfliktbeladenen Niemandsland zwischen Kindheit und Erwachsensein oder Krankheit? Sind Stefanie und Robert einfach nur traurig und „schlecht drauf“ oder depressiv? Mit diesen komplizierten Fragen haben sich Schüler der Templiner Oberschule in einem Theaterprojekt beschäftigt. Unter der künstlerischen Leitung des Theaterpädagogen Jean–Francois Drozak erarbeiteten Neuntklässler in einer Projektwoche das Theaterstück „Ice Breaker“ (Eis–Brecher) und spielten es vor ihren Mitschülern. Stefanie und Robert in Alltagssituationen, wie sie jeder kennt.

PROJEKT Acht- und Neuntklässler versuchen sich als Theaterschauspieler. Ihre Zuschauer zeigen sich begeistert.

TEMPLIN (HR). Die Arbeit hat sich gelohnt: Insgesamt 280 Zuschauer sahen sich die drei Aufführungen des Theaterprojektes „Der Schwarze Peter“ in der Aula der Oberschule Templin an, der Uckermark Kurier berichtete. Zehn Acht- und Neuntklässler der Einrichtung beteiligten sich an dem Projekt des Caritasverbandes. Etwa 60 Eltern und Gäste aus dem öffentlichen Leben waren der Einladung der Schule für die Premiere gefolgt. Oberschulrat Erwin Makowitz zeigte sich beeindruckt: „Solche Projekte sind ein gutes Beispiel, wie sich Schüler über den normalen Schulalltag hinaus betätigen können und dabei Erfolgserlebnisse haben, damit wird auch das Selbstvertrauen der Jugendlichen gestärkt. Erfreulich ist für mich aber auch die Resonanz durch Eltern und Kooperationspartner der Schule, die der Einladung gefolgt sind.“ Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak zeigte sich aber sehr zufrieden mit seinen Schützlingen und zog durchweg ein positives Fazit: „Bei der ersten Vorstellung merkte man bei allen doch eine gewisse Aufgeregtheit, die letzte Aufführung war dann aber geradezu ein Highlight, die Jugendlichen haben in Feinarbeit immer besser in ihre Rolle gefunden. Während unserer Arbeit gab es keinerlei rechtsradikale Sprüche und ich bin guter Dinge, dass sich solche Tendenzen bei den Beteiligten auch nicht entwickeln werden.“ Drozak wollte in sein Fazit ausdrücklich das Kollegium der Schule, von der Schulleitung bis hin zum Hausmeister, einbezogen wissen. „Diese Schule ist eine Oase für die Jugendlichen. Ich habe wahrgenommen, dass sich die Schule dessen bewusst ist und ihre Verantwortung wahrnimmt. Die Hand-in-Hand-Arbeit mit den Lehrern gestaltete sich sehr angenehm, was durchaus nicht selbstverständlich ist.“ Ein besonderer Dank gelte den Schülern, die sich an dem Projekt beteiligt haben.

Templiner Zeitung Birgit Bruck

rat2013„Ich möchte etwas im sozialen Bereich machen. Vielleicht Krankenschwester oder Erzieherin“, sagt die Neuntklässlerin Nicole Doran. Sie liest interessiert die Lehrstellenangebote, die an einer langen Wäscheleine baumeln. Angehende Bäcker und Landwirte werden gesucht, Mechatroniker, Alten- pfleger, Stuckateure...

„Ja, das Angebot ist groß und auch sehr vielfältig, wenngleich nicht in jedem Bereich“, sagt Christian Weckert von der Agentur für Arbeit. Sehr oft seien noch immer die Klassiker gefragt, der Kfz-Mechatroniker bei den Jungen und Büroberufe bei den Mädchen.

Wie in jedem Jahr besuchten die 9. Klassen der Oberschule Templin den "Tag der Berufe" an der Oberschule "Philipp Hackert" in Prenzlau, der schon zum 14 mal stattfand. Die Schüler konnten sich bei den Betrieben ausführlich informieren und ihre Arbeitsaufträge bestmöglich zu erfüllen. Erstmals haben in diesem Jahr alle Schüler die Möglichkeit eines Einstellungstests genutzt. Vielleicht werden sich einige Teilnehmer schon in einem halben Jahr an diese Erfahrung erinnern.