Michaela Kumkar

Wie ein Puppenhaus ausgestattet sein muss, damit Energie gespart werden kann, haben Templiner Oberschüler demonstriert. Dafür erhält ihre Schule ein Smart Board, eine Tafel, für die man keine Kreide braucht.

TEMPLIN „Energie geladen“ lautete das Thema eines Wettbewerbs, den die Landesgruppe Berlin/Brandenburg des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) gestartet hatte. Die Schirmherrschaft dafür lag bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. 910 Mädchen und Jungen aus 18 Schulen in Berlin und Brandenburg beteiligten sich daran und widmeten sich in verschiedenen Projekten der Frage „Energie: Welcher Mix ist richtig?“. Die Oberschule Templin gehörte zu den Preisträgern. „,Energie geladen‘ – das ist auch das Motto der Arbeit an dieser Schule“, sagte Schulrat Frank Habelt, als gestern das Smart Board, das die Bildungseinrichtung in Templin gewonnen hatte, offiziell übergeben wurde. Der Preis – eine interaktive Tafel, die durch den Einsatz von Computer und Beamer multimediale Präsentationsmöglichkeiten ermöglicht – passe ebenso gut in das medienpädagogische Konzept der Oberschule Templin.

Von unseren Mitarbeitern Johanna Seifert und Laura Wesolowski

Die Schulbank tauschen Schüler der siebenten Klasse an der Oberschule Templin mit der Bühne. Mit dem Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak studieren sie ein Stück ein.

Mit der Aufführung des Stückes „Pleitegeier“ ging an der Oberschule Templin eine Woche intensiver Probenarbeit für ein Theaterstück zu Ende. Zum vierten Mal bereits verlegten Jugendliche der Schule den Unterricht vom Klassenraum auf die Bühne. Ermöglicht wird es unter anderem durch die Unterstützung der „Initiative Oberschule“ des brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Jürgen Pagel, stellvertretende Schulleiter, ist froh, dass die Schule das Theaterprojekt anbieten kann. Mit Jean- Francois Drozak hatte sich die Einrichtung einen erfahrenen Sozialund Theaterpädagogen an die Seite geholt. Er unterstützt bereits viele solcher Projekte mit großem Engagement. Dabei unterbreitet Drozak Vorschläge für Themen von denen sich die Schule jedes Jahr eines aussucht.

seehotelDer 28.03.2012 war im Kalender der Neuntklässler der Oberschule Templin dick angestrichen. An diesem Tag hieß es, Farbe zu bekennen. Lange hatten sie sich auf dieses Projekt vorbereitet. Heute galt es zu zeigen, dass das Gelernte anwendungsbereit war. Worum ging es? Im Rahmen eines Projekkttages unterzogen sich die Schülerinnen und Schüler einem simulierten Bewerbungsgespräch.

Sinn der Sache war es, den Schülern das auf sie zukommende Bewerbungsgeschehen im Zusammenhang mit ihrem Übergang vom Schüler zum Auszubildenden nahe zu bringen und erlebbar zu machen, stehen sie doch in etwa einem Jahr ganz real vor der Tatsache, sich für einen Beruf entscheiden - und natürlich auch bewerben zu müssen. Zunächst empfanden viele Schüler die Sache befremdlich, nicht notwendig oder einfach nur lustig. Ein Vorstellungsgespräch simulieren, nur so zum Spaß? Wozu? Wer braucht das? Aber schon beim Erstellen der Bewerbungsschreiben hörte für Viele der Spaß auf. Wie formuliere ich richtig? Stimmt die Orthografie? Wie präsentiere ich mich in dem Schreiben so, dass man auf mich aufmerksam wird? Da waren sie, all die Unsicherheiten!

SchillerTheater gemacht wird bei uns an der Schule regelmäßig (Danke an Katja!!!). Warum also nicht mal den Profis auf der Bühne zuschauen? Die Reaktionen der 10er auf diese Idee fielen sehr unterschiedlich aus: „Was soll ich denn da?“ – „Können wir nicht lieber ins Kino fahren?“ Aber auch: „Mal was Anderes.“ - „Ich war das letzte Mal mit meiner Grundschulklasse im Theater.“ Begeisterung – wenn, dann nur sehr verhalten, im Stillen. Aber Neugierde neben der Skepsis, vorsichtiges Interesse neben unsicheren Fragen, wie: „Gibt es da auch Popcorn?“

Also dann, gemeinsam mit den Deutsch- und Klassenlehrern, auf ins Ungewisse. Auf dem Spielplan des Theaters Schwedt steht am 25.01. Schillers „Kabale und Liebe“. „Was sind denn ,Kabale´?“, fragt jemand. Schon nach kurzem Gespräch stellen wir fest, dass aus Schillers „Stoff“ heute die Soaps sind, die so manchen Schüler täglich vor dem Fernseher fesseln.

Während die Aufführung uns nicht nur zu Beginn mit Rammsteins „Die Liebe ist ein wildes Tier…“ überrascht, löst das spartanische Bühnenbild unterschiedliche Reaktionen aus. Unvorstellbar für so manchen „Vokabel-Muffel“, wie man so viel Text auswendig lernen kann. Fremd bleibt die ungewohnte Sprache, aber da Liebe, Leidenschaft, Eifersucht und Intrigen auch zu unserer Zeit gehören und die Schauspieler mit einer beeindruckenden Leistung überzeugen, fällt es nicht schwer, der Handlung zu folgen, aber sicher so manchem, zwei (noch dazu handyfreie) Stunden stillzusitzen.

Insgesamt ein Tag, der neue Erfahrungen brachte und Perspektiven erweiterte.

In der 9. Jahrgangsstufe unserer Schule erlangt die Berufsorientierung eine große Bedeutung. Die vergangenen Jahren haben wir uns in Zukunftswerkstätten und über den Berufswahlpass vorsichtig dem Thema genähert. Doch jetzt in Klasse 9 muss eine Bewerbungsmappe erstellt werden, die als Grundlage eines simulierten Bewerbungsgespräches dient. Dazu ist es notwendig, die Möglichkeiten und die Ausbildungsberufe in der Region kennen zu lernen. Der "Tag der Berufe" in Prenzlau lässt da keine Wünsche offen. Hier haben sich heute über 60 Unternehmen den künftigen Bewerbern vorgestellt. Unsere Schüler haben die Möglichkeit genutzt um Kontakte zu knüpfen und Informationen über Betriebe und deren Ausbildungsberufe zu sammeln.