In diesem Schuljahr begann für uns acht Schüler der Klasse 9 PL das Schuljahr mit einer vierwöchigen Orientierungsphase. Von dieser möchten wir hier einige Höhepunkte vorstellen.

Teambildung - Ein wichtiger Aspekt in unserer neuen Klasse ist das gegenseitige Kennenlernen. Weiterhin ist es für uns später wichtig in verschiedenen Teams am Praxislernort zu Arbeiten. Deshalb führten unsere Lehrer mit uns einige Aktivitäten durch. Eine Übung war zum Beispiel über ein Seil, das zwischen zwei Bäumen gespannt war, als Gruppe zu klettern. Bedingung war dabei das Seil als Gruppe zu überwinden und nicht zu berühren. Gegenseitige Hilfe war unbedingt erlaubt.

Von unseren Redaktionsmitgliedern Elke Koegler und Michaela Kumkar

plTheorie und Praxis werden im Projekt „Produktives Lernen“ an der Oberschule von Lehrern und Kooperationspartnern aus Betrieben jungen Leuten vermittelt. Mit Erfolg.

TEMPLIN. Dass sich junge Leute in der Agrarbetrieb Röddelin GmbH bestens für ihre berufliche Zukunft orientieren können, kann Daniel Reich aus eigener Erfahrung bestätigen. Der Zehntklässler der Templiner Oberschule startet am 1. August seine Ausbil dung als Fachkraft für Agrar service im Unternehmen. Seit einem halben Jahr arbeitet er dort bereits als Praktikant. „Alle Mitarbeiter haben mich sehr gut aufgenommen und mir schon viel im Unternehmen gezeigt“, sagte Daniel, der die Schule nach Teilnahme am zweijährigen IHK-Programm „Produktives Lernen“ mit der erweiterten Berufsbildungsreife verlassen wird. Alle Teilnehmer, die zuvor erheblich durch schulische Probleme auffielen, besuchen an zwei Tagen der Woche die Schule und sammeln an den restlichen drei Tagen praktische Erfahrungen in Betrieben. Neben Reinigungsarbeiten in der Getreidehalle und an den Traktoren nimmt Daniel in Röddelin an den morgendlichen Rundgängen teil.

Diese Form des Unterrichts wird seit dem Schuljahr 2002/03 neben unserer Schule an sieben Schulen im Land Brandenburg angeboten. An ihr nehmen Schüler der Klassenstufe 9 teil, die ohne besondere individuelle Förderung keinen Schulabschluss erreichen würden. Diese Schüler werden durch ein Aufnahmeverfahren durch die Pädagogen des Projektes Frau Kuntzagk, Frau Meith und Herrn Strohschein, der auch Projektverantwortlicher ist, ausgewählt.

„Produktives Lernen“ gibt es auch an Schulen in den Ländern Berlin, Sachsen Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, und Thüringen.

Die teilnehmenden Schüler lernen an drei Tagen der Woche an einem selbstgewählten Praxislernort in der freien Wirtschaft oder in kommunalen und sozialen Unternehmen. Dort machen sie sich mit dem entsprechenden Betrieb vertraut und bekommen vor allem durch praktische Tätigkeiten Denkanstöße für ihr eigenes Weiterlernen.

An den übrigen zwei Tagen haben die Schüler Unterricht in der Schule. Dabei orientieren sich die speziellen Lehrpläne an den Rahmenlehrplänen des Landes Brandenburg.

Das Schuljahr ist in drei Trimester unterteilt. Das heißt, dass die Schüler in zwei Schuljahren in der Regel praktische und theoretische Erfahrungen in sechs verschiedenen Unternehmen sammeln können.

Die Bewertung erfolgt nach jedem Trimester durch einen Bildungsbericht, in dem ausgeführt wird, wie sich die Schüler im praktischen und theoretischen Teil der besonderen Organisationsform entwickelten. Auf dieser Grundlage wird ein Punktezeugnis (Trimesterbericht) erstellt, das sich auf den schulischen und praktischen Bereich bezieht.

Bei erfolgreichem Durchlaufen der Klassenstufe 9 erhalten die Schüler die „Berufsbildungsreife“ bzw. den „Hauptschulabschluss".

Die Schüler unterziehen sich am Ende der Klassenstufe 10 schriftlichen Prüfungen in Mathematik und in Deutsch und legen mündliche Prüfungen in Englisch und einem weiteren Fach ab.

Auf dieser Grundlage wird das Abschlusszeugnis erstellt. Hat ein Schüler die besondere Organisationsform „Produktives Lernen“ in der 10. Klassenstufe erfolgreich absolviert, wird ihm der Abschluss „Erweiterte Berufsbildungsreife / Qualifizierter Hauptschulabschluss“ zuerkannt.